Stadtportrait

Kreisstadt Birkenfeld

 

Einwohner: 7200
Ausdehnung: O-W 2,2 km / N-S 2,8 km
Höhe über NN: 400-450 m

 

Städtepartnerschaft:

Audun le Tiche (Frankreich) http://www.audun-le-tiche.fr/

http://www.audun-le-tiche.fr/Loisirs-Culture-Sport/Jumelage.html

 

 

Wie kam es zur Stadtrechtsverleihung für Birkenfeld?

Birkenfeld war bei der Erhebung zur Stadt im Jahre 1332 vermutlich noch eine kleine Siedlung und wirtschaftlich relativ unbedeutend. Allerdings war Birkenfeld schon sehr früh ein Pfarrort, zu dem mehrere Dörfer gehörten. Für die Verleihung der Stadtrechte durchKaiser Ludwig der Bayer war zweifellos die durch die Burg bedingte Herrschaft ausschlaggebend. Auf Burg Birkenfeld regierte damals Graf Johann III. von Sponheim-Starkenburg.

Seine Gemahlin war die Pfalzgräfin Mechthild aus Pfalz-Wittelsbachischem Hause – später Kurpfalz mit Heidelberg, deren Onkel der deutsche Kaiser Ludwig der Bayer war. Seine verwandtschaftlichen Beziehungen zu seiner Nichte, der Gräfin Mechthild, haben ihn wohl in erster Linie dazu bewogen, für Birkenfeld die Stadtrechte zu verleihen. Es sollte aber auch nicht übersehen werden, dass ihm die Grafen von Sponheim zu Diensten waren, als er mit Friedrich dem Schönen von Österreich um die Kaiserwürde gekämpft hatte. Der Sponheimische Graf Johann der III. heiratete die Pfalzgräfin Mechthild 1331.

Im gleichen Jahr übergab ihm auch seine Mutter die Regierungsgewalt auf Burg Birkenfeld. Diese war die Gräfin Loretta von Hintersponheim, geborene von Salm, eine der bedeutendsten Erscheinungen ihrer Zeit. Als sie in den ersten Jahren ihres Witwenstandes für ihren ältesten und noch unmündigen Sohn, Graf Johann III. die Regentschaft führen musste, sah sie sich starken trierischen Expansionsbestrebungen ausgesetzt. Hinter diesen Bestrebungen stand kein Geringerer als der Kurfürst und Erzbischof Balduin von Trier (1285 bis 1354), dem zwar die Herrschaft Birkenfeld gehörte – allein die sponheimer Grafen waren die eigentlichen Machtinhaber. Balduin errichtete nach bewährter Methode auf dem Gebiet seiner Gegnerin bei Birkenfeld eine Burg.

Loretta gab nicht nach, sondern unternahm einen überraschenden Schritt: Als Balduin Anfang Juni 1328 die Mosel hinunterfuhr, kaperten ihre Helfer zwischen Trarbach und Enkirch, wo beide Moselufer sponheimisch waren, sein Schiff und setzten den streitbaren Kurfürsten auf der praktisch uneinnehmbaren Starkenburg gefangen. Den prominenten Gefangenen ließ sie erst nach mehreren Wochen wieder frei, nachdem dieser durch Vertrag alle Ansprüche auf Birkenfeld aufgab. Außerdem zahlte er ein Lösegeld von 11.000 Pfund Hellern, das Loretta dazu benutzte, sich mit der Frauenburg an der Nahe einen Witwensitz zu schaffen. Mit der Inbesitznahme der Frauenburg zog sich Gräfin Loretta von Burg Birkenfeld zurück. Im zweiten Jahre der Regentschaft ihres Sohnes auf Burg Birkenfeld erhielt ihre Schwiegertochter, Gräfin Mechthild, bereits die Stadtrechte für Birkenfeld.

Diese kaiserliche Urkunde räumte der Sponheimer Gräfin einige Rechte ein, von denen sie nach Belieben Gebrauch machen konnte. Durch die kaiserliche Stadtrechtsverleihung erfuhr Birkenfeld eine allgemeine und insbesondere psychologische Aufwertung.

Nachstehend der ins heutige Deutsch übersetzte Text der Verleihungsurkunde durch Kaiser Ludwig der Bayer.



Der Name Birkenfeld ist fränkischen Ursprungs und wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 981 erwähnt. Kirche und Ort bestehen aber schon wesentlich früher. Im Jahre 1332verleiht Kaiser Ludwig der Bayer dem Ort, damals zur Hinteren Grafschaft Sponheimgehörend, Stadtrechte.

Schon im Mittelalter ist Birkenfeld unumstrittener Mittelpunkt eines größeren Gebietes, Marktstadt und Verwaltungssitz. Im Jahre 1584 wird es Residenz einer Seitenlinie der Wittelsbacher bis 1717. Von dieser Linie stammt das bayrische Königshaus. 1776 wird Birkenfeld Oberamt der Markgrafschaft Baden,1800 Sitz eines französischen Arrondissements und 1817 Regierungssitz des Fürstentums Birkenfeld, einer Exklave des Großherzogtums Oldenburg. Die Zugehörigkeit zu Oldenburg (ab 1918 als Landesteil) dauert bis 1937.

Ab 1937 wird die Stadt Teil des preußischen Landkreises Birkenfeld, der aus dem oldenburgischen Landesteil und dem Restkreis St. Wendel-Baumholder entsteht. Nach dem Kriege gehört Birkenfeld zur französischen Besatzungszone und ist seit 1946 Kreisstadt im neuen Bundesland Rheinland-Pfalz.

Die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht und die großen Viehmärkte bilden in den vergangenen Jahrhunderten das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt, wozu noch die Behörden (Regierung) und im 19. Jahrhundert eine Garnison und ein Gymnasium hinzukommen.

Altes Stadthaus in Birkenfeld -  2010

Altes Stadthaus - 2013 Sanierung der Außenfassade und des Erkers                    Fotograf: Gerhard Ding

Die Kreisstadt Birkenfeld ist voll ausgestattetes Mittelzentrum und der mit Abstand größte Ort der Verbandsgemeinde Birkenfeld. Seit 1988 ist die Stadt imStädtebauförderungsprogramm(Stadtsanierung) aufgenommen. Zahlreiche Wohngebiete sind in den letzten Jahrzehnten erschlossen worden. Zur Zeit ist ein großes Neubaugebiet erschlossen, in dem ab sofort gebaut werden kann.

Größter Arbeitgeber in der Kreisstadt ist die Elisabeth-Stiftung des DRK (Krankenhaus, Berufsförderungswerk, Sozialfachschule) mit ca. 600 Arbeitsplätzen.

  • Birkenfeld ist Standort zahlreicher Behörden:
  • Kreisverwaltung
  • Verbandsgemeindeverwaltung
  • Agentur für Arbeit / ARGE
  • Vermessungs- und Katasteramt (Nebenstelle)
  • Oberfinanzdirektion Koblenz -ZBV- Reisekostenstelle 
  • Polizeiinspektion
  • Forstamt

Ebenso gibt es Banken und ein Existenzgründerzentrum (BIG-Center); Handel und Gewerbe sind mittelständisch geprägt. Zwei Gewerbegebiete sind zur Zeit in Vorbereitung.

Blick auf die Elisabeth-Stiftung des DRK in Birkenfeld mit Krankenhaus, Berufsförderungswerk, Bildungsstätte für Sozialwesen und Förderlehrgang für Jugendliche (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen). www.el-stift.de


An Schulen sind vorhanden:

  • Grundschule (Ganztagseinrichtung)
  • Realschule plus und Fachoberschule (Ganztagseinrichtung)
  • Gymnasium (Ganztagseinrichtung)
  • Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen

Birkenfeld konnte seinen Liebreiz als "kleine Residenz", als Stadt mit Herz, eingebettet in ein bewaldetes Bergland mit vielen Sehenswürdigkeiten und noch intakter Natur erhalten. Dieser Vorteil der Stadt ist von großer Bedeutung vor allem für den Fremdenverkehr.

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